Er ist der Gründer von Österreichs Nächstes Topmodel, Eigentümer der Modelagentur 1st Place Models und Veranstalter von offiziell lizensierten Fashionweek Events. Doch Dominik Wachta alias DJ Dominik Wachta & friends ist auch in der Musik mittlerweile höchst erfolgreich. Wir haben ihn zum Interview gebeten.
AustriaTop30: Du bist mit deiner Agentur 1st Place Models dreimal zur besten Agentur Österreichs gekürt worden, in Österreich eigentlich durch Österreichs Nächstes Topmodel bekannt geworden, ist da der Schritt zur Musik ein weiter oder gar ein logischer Schritt?
DJ Dominik Wachta: Musik war immer Teil meines Lebens, schon während meiner Zivildiener Zeit habe ich mir als Live Deejay und Host-DJ im berühmten Cafe Royal in Wien 10 etwas dazu verdient. Aber eigentlich geht das noch weiter zurück, schon im Kindergarten habe ich versucht erste Songtexte zu komponieren, die waren nur damals nicht sonderlich gut. Auch auf meinem neuen Album "May the bass be with you" ist zum Beispiel der Song "We are united, Wolfsrudel", ein Song den ich mit 14 oder 15 in der HLF Krems geschrieben habe, wo ich die Ausbildung zum Tourismus Manager gemacht habe. Darüber hinaus hatte ich ja auch schon 2005 erste Veröffentlichungen als Musiker, zuerst als Teil von Lupo Majestico, 2006 habe ich zusammen mit Wojtek Grzymala zwei Songs für Österreichs Nächstes Topmodel aufgenommen und hatte auch schon die erste kleine Platzierung in irgendwelchen alternativen Charts.
AustriaTop30: Aber du warst eigentlich Sänger, oder? Wieso bist du es heute nicht mehr? Und wer sind eigentlich die "friends" in deinem Deejay Namen "DJ Dominik Wachta & friends"?
DJ Dominik Wachta: Die Friends sind ein Sammelbegriff für Sänger die ich über Plattformen zubuche, wo ich für die Aufnahmen die Rechte abgelte und die ich deswegen nicht namentlich erwähnen muss und auch nicht verwirren möchte, wenn es ständig ein neuer Sänger der Sängerin ist. Tatsächlich singe ich auch bei meinen eigenen Songs öfters selbst Vocals ein, sie sind dann nur meistens sehr mit KI verändert. Meistens sind die Chöre oder Hintergrundstimmen von mir, zum Beispiel beim Weihnachtssong "The most beautiful Christmas Angel". Wieso ich nicht öfters singe hat einen Grund: Ich bin ein guter Sänger, aber kein herausragender Sänger und das zu akzeptieren, hat meine Musik voran gebracht.
AustriaTop30: KI ist ein gutes Stichwort, du gehst sehr offensiv damit um und kommunizierst aktiv, dass deine Songs teilweise mit KI erstellt sind. Wie kommt das so an?
DJ Dominik Wachta: Beim KI Thema in der Musik drehen einige ja komplett durch, aber es ändert nichts daran KI in der Musik ist die Zukunft. Wie immer kommuniziert, lehne ich es auch ab, einfach auf einen Knopf zu drücken um einen Song zu erstellen, aber als Teil des Prozesses ist es vollkommen legitim. Dennoch sind alle Texte und Melodien zu 100 % von mir, aber früher habe ich an einem Song bis zu 2 Wochen gearbeitet, mit KI schaffe ich das an einem halben Tag. Und dazu bekomme ich die Musik mehr auf den Punkt, als ich es früher je konnte. Durch meinen Hauptjob hätte ich gar nicht mehr die Zeit solange an einem Song zu basteln. Wer sich gegen KI in der Musik stark macht, hat noch nichts von der Zukunft der Menschheit verstanden. Deswegen ganz klar: Voll KI Songs nein, KI als Unterstützung ganz klar Ja. Das machen doch sowieso schon 80 % der Musiker oder mehr, sie gehen damit nur nicht so offen und transparent wie ich um. Wichtig ist, dass der Song auch eine Seele hat und das hat er nicht, wenn man nur auf ein Knopferl drückt.
AustriaTop30: Du hast gerade bei der Fashionweek in Berlin dein neues Album "May the bass be with you" präsentiert. Wie kam es an, wie ist dein Gefühl, kannst du an die Charts-Erfolge damit anknüpfen?
DJ Dominik Wachta: Das Album kam in Berlin im Postwerk Tegel sehr gut an, was mich besonders gefreut hat ist, dass diesmal Alt und Jung dazu getanzt haben, weil bei "Unity through Diversity" hatte ich eher das Gefühl, dass die Zielgruppe eine ältere war. Ursprünglich habe ich die Musik nicht gemacht um damit in Charts Wertungen zu landen, es war eine Mischform aus Selbstverwirklichung, wissen wollen wie die Musik ankommt und das Ganze auch ein wenig als Plattform zu nutzen. Die ganze Sache mit den Charts ist eigentlich durch Norwegen zum Selbstläufer geworden. Ich habe dort einen Radio Deejay kennen gelernt, dem gefiel der Electronic Bird so gut, dass er ihn dann ins Radio in Trondheim gebracht hat. Dort kam der Song wiederum gut beim Publikum an und lief plötzlich jeden Tag im Radio. Daraufhin stieg "Electronic Bird" bei den norwegischen Deejay Charts "Norske DJ Lister" von 0 auf 4 ein. Das muss man insofern aber relativieren, dass Norwegen natürlich ein kleines Land ist und dort am Ende in etwa 20 Deejays entscheiden was in die Charts kommt. Als der Song auf Rang 4 einstieg, habe ich dann Blut geleckt und begonnen pro aktiv möglichst viele Deejays anzuschreiben, das Ergebnis ist bekannt, 4 Wochen später war "Electronic Bird" mein erster Nummer 1 Hit, später dann auch in Österreich. Mittlerweile werden die Songs in rund 60 Radios und mehreren Ländern gespielt, da bin ich sehr dankbar und demütig deswegen!
AustriaTop30: Ja, aber glaubst du an die Charts-Erfolge anknüpfen zu können mit dem neuen Album? Und was waren eigentlich deine größten Chartserfolge bisher?
DJ Dominik Wachta: Ehrlich gesagt bin ich optimistisch, dass da einige Charts taugliche Songs dabei sind. Es ist aber nachwievor nicht das Ziel Nummer 1 in die Charts zu kommen, es hilft lediglich bei der Vermarktung. Diesmal ist das Album härter, ehrlicher, mehr EDM. Ein wenig inspiriert von Tomorrowland und Clubbing Musik. Ich hatte insgesamt fünf Nummer 1 Platzierungen in Deejay und Hörercharts Stand heute, mit dem Album "Unity through Diversity" waren es vier Nummer 1 Hits und mit dem Weihnachtsalbum "X-Mas: Ballads & Techno" war es immerhin ein Nummer 1 Hit. Dazu habe ich als Producer für eine deutsche Dragqueen noch einen Platz 2 geschafft und jede Menge weitere Charts-Platzierungen mit diverser eigenen Songs. Herausragend waren bis jetzt aber eindeutig "Electronic Bird", "This is a Party Song", "Yes I would also date Rachel Zegler" und "The Christmas bombs are falling". In der Tendenz steigend sind auch "Dancing Frog" und "Feelings" wo die Streaming Zahlen aktuell sehr gut sind. Mein persönlicher Favorit "The most beautiful Christmas Angel" hatte nur mit dem Techno Remix eine Platzierung, aber das ist auch okay.
AustriaTop30: Sind weitere Auftritte geplant, beziehungsweise wirst du so richtig live auftreten als Deejay?
DJ Dominik Wachta: Tatsächlich habe ich einige Anfragen live aufzutreten, ich hatte sogar eine Anfrage für eine Hochzeit. Ehrlicherweise habe ich schwer Zeit dafür, es muss mich also sehr reizen oder sich finanziell sehr auszahlen. Das "May the bass be with you" Album werde ich jetzt auf der Paris Fashionweek präsentieren, eventuell im Herbst auf zwei weiteren Modewochen. Es gibt ja auch dabei den Song "Capitals of Fashion", das ist so bisschen eine Hymne für Fashionweek Events. Ich habe eine lose Anfrage nach Berlin, ob ich mir zutraue einen Auftritt in einer großen deutschen Location als Deejay zu machen. Wenn man das mit Modeshows kombiniert, wäre ich schon interessiert daran. Aber meine Nummer 1 Priorität bleibt ganz klar die Agentur.
AustriaTop30: DJ Dominik Wachta & friends als Deejay auf einer Hochzeit? Wäre das überhaupt vorstellbar?
DJ Dominik Wachta: Man sollte nie so überheblich sein etwas prinzipiell abzulehnen, aber mein Zeitplan lässt es nicht zu und außerdem müsste ich mich in die neue Technik erst einarbeiten. Ich habe das letzte Mal doch vor 20 Jahren live aufgelegt, das war eine ganz andere Technik. Auch die CD Präsentationen laufen ja nicht so ab, dass ich ein Deck spiele, sondern da werden aktuell einfach brav und artig die Songs nacheinander abgespielt.
Anmerkung: Das Interview wurde vor der neuen Austria Top 30 Chartswertung geführt, mittlerweile ist DJ Dominik Wachta & friends mit zwei Songs vom neuen Album in die Charts eingestiegen. "I feel sorry for you" stieg von 0 auf 7 ein und "EDM Tsunami" von 0 auf 16.
Das Interview führte Susanne Wenninger